100 Jahre Rax-Seilbahn: Wir blicken zurück auf ein Jahrhundert voller Mut, Visionen und technischer Meisterleistung.

Die Rax ist seit Generationen ein Sehnsuchtsort für Wanderer, Naturfreundinnen und Alpinisten. Heute gondeln wir in wenigen Minuten vom Tal hinauf auf das weite Hochplateau – ein Komfort, den man sich vor hundert Jahren kaum vorstellen konnte. Denn bevor die Rax-Seilbahn 1926 eröffnet wurde, führte nur ein anstrengender, mehrstündiger Steig in die Höhe. Wer Anfang des 19. Jahrhunderts das schon damals beliebte Ausflugsziel besuchen wollte, musste zu Fuß gehen oder sich in einem kleinen Wagen von Maultieren hinaufziehen lassen.

Die Rax ist seit Generationen ein Sehnsuchtsort für Wanderer, Naturfreundinnen und Alpinisten. Heute gondeln wir in wenigen Minuten vom Tal hinauf auf das weite Hochplateau – ein Komfort, den man sich vor hundert Jahren kaum vorstellen konnte. Denn bevor die Rax-Seilbahn 1926 eröffnet wurde, führte nur ein anstrengender, mehrstündiger Steig in die Höhe. Wer Anfang des 19. Jahrhunderts das schon damals beliebte Ausflugsziel besuchen wollte, musste zu Fuß gehen oder sich in einem kleinen Wagen von Maultieren hinaufziehen lassen.

Die Rax vor der Seilbahn: Ein Gipfel für Pioniere

Vor 100 Jahren war die Rax ein Ziel für sportliche Abenteurer. Der Aufstieg verlangte Kondition, Trittsicherheit und viel Zeit. Die Welt am Berg war spartanischer, die Hütten einfach, das Erlebnis rau und ursprünglich. Trotzdem – oder gerade deshalb – zog die Rax schon damals Alpinisten an, die Schönheit und Herausforderung suchten. Viel bequemer war da der Weg auf den Schneeberg, auf den bereits seit 1897 eine Zahnradbahn fuhr. Deshalb kamen auch immer mehr Touristen auf den Schneeberg anstatt auf die Rax. Um das zu vermeiden, forderten immer mehr Menschen einen einfacheren Weg auf das Raxplateau.

Das Reiten oder die Fahrt mit Maultier-Wägelchen war nicht sonderlich bequem und somit war der Gedanke schon bald naheliegend, auch technische Aufstiegshilfen zu schaffen. Schon im Jahre 1913 wurde dem Maschinenbauingenieur Dr. Walter Conrad die Bewilligung vom Eisenbahnministerium erteilt, technische Vorarbeiten für den Bau einer Seilbahn von Hirschwang auf das Raxplateau durchzuführen. Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges brachte dieses Projekt jedoch vorerst zum Scheitern.

Die Idee selbst überdauerte aber Krieg und Nachkriegswirren, sie wurde in den Zwanzigerjahren – sicher beflügelt durch den regen Ausflugsverkehr und den zunehmenden Bergtourismus – erneut aufgegriffen. Der Hotelier und Bergfreund Camillo Kronich setzte sich vehement für das Projekt ein. Im Sommer des Jahres 1924 erhielten die Herren Oberbaurat Dipl.-Ing. Dr. Ewald Bing, Dipl.-Ing. Richard Herrmann und Direktor Ing. Moritz Overhoff die Bewilligung zur Vornahme von Trassierungsarbeiten für die projektierte Seilschwebebahn auf die Raxalpe. Am 24. September 1924 konnte mit diesen technischen Vorarbeiten begonnen werden. Die Idee, diesen besonderen Ort auch Menschen zugänglich zu machen, die nicht stundenlang bergauf steigen können oder wollen, war zu ihrer Zeit revolutionär.

Ein Meilenstein der Technik: Die erste Personen-Seilschwebebahn in Österreich

Der Bau der Rax-Seilbahn war ein Projekt von außergewöhnlicher Kühnheit. In einer Zeit, in der moderne Maschinen noch kaum existierten, mussten Masten, Seile und schwere Bauteile in schwierigstem Gelände montiert werden. Die Arbeiter – wahre Pioniere der Lüfte – leisteten Unglaubliches. Eine zentrale Figur bei der Realisierung war der Industrielle Rudolf Bock, dessen visionäres Engagement entscheidend zum Erfolg beitrug.

Am 9. Juni 1926 konnte schließlich die nach dem neuen System „Bleichert-Zuegg“ erbaute Rax-Seilbahn als die erste Personen-Seilschwebebahn der Republik Österreich dem öffentlichen Verkehr übergeben werden.

Die Seilbahn-Fahrt ins neue Zeitalter

Mit der Inbetriebnahme begann eine neue Ära des Tourismus auf der Rax. Was früher eine mühsame Tages- oder gar Zweitagestour war, wurde nun zum leicht erreichbaren Ausflug. Die Seilbahn überwand die Steilstufe in nur wenigen Minuten und eröffnete einer völlig neuen Zielgruppe – Familien, älteren Menschen und weniger sportlichen Besuchern – den Zugang zum Hochplateau mit seinen weiten Almen und unzähligen Wandermöglichkeiten.

Der Betrieb der Rax-Seilbahn ist eng mit der Familie Scharfegger verbunden, die seit über 50 Jahren als treibende Kraft hinter der touristischen Entwicklung der Region steht. Im Jahr 2016 wurde die Seilbahn umfassend revitalisiert, um den modernen Anforderungen des Tourismus gerecht zu werden. Mit neuen Antriebssteuerungen, modernisierter Seilbahn- und Elektrotechnik sowie einer verlängerten Konzession für weitere 25 Jahre wurden höchste Sicherheitsstandards und ein reibungsloser Betrieb gewährleistet.

Der Kontrast zwischen dem stundenlangen, anstrengenden Aufstieg und dem nun mühelosen "Flug" in die Höhe ist der Kern dieses 100-jährigen Erfolgs. Die Rax-Seilbahn war nicht nur ein Transportmittel, sondern ein Symbol des technischen Fortschritts und der Demokratisierung der Bergwelt. Sie ermöglichte es, die Schönheit der Rax in vollen Zügen und ohne große Anstrengung zu genießen.

Die Rax in der Gegenwart: Ein Wanderparadies für alle

Auch heute, ein Jahrhundert nach ihrer Eröffnung, ist die Rax-Seilbahn das lebendige Herz der Raxalpe und ein unverzichtbarer Teil des modernen Tourismus in den Wiener Alpen. Diese Investitionen stellen sicher, dass die Rax-Seilbahn mit rund 200.000 Gästen jährlich weiterhin ein bedeutendes touristisches Aushängeschild Niederösterreichs bleibt. 

Sie ist der bequeme Ausgangspunkt für unzählige Erlebnisse: von gemütlichen Höhenwanderungen über das weitläufige Plateau bis hin zu anspruchsvollen Klettersteigen. Die bewirtschafteten Hütten – vom Raxalm-Berggasthof bis zum Karl-Ludwig-Haus – bieten Wanderern Einkehr und Schutz, ganz wie vor hundert Jahren, allerdings mit zeitgemäßem Komfort. Dank stetiger Modernisierung garantiert die Seilbahn die einfache und sichere Anreise, während die Rax selbst weiterhin ihr wildromantisches Gesicht bewahrt hat. Sie bleibt ein leicht erreichbares Naturjuwel, das Erholungssuchende, Naturliebhaber und sportliche Bergsteiger gleichermaßen anzieht.

Häufig gestellte Fragen zur Geschichte der Rax-Seilbahn

Wann feiert die Rax-Seilbahn ihr 100-jähriges Jubiläum?

Die Rax-Seilbahn wurde am 9. Juni 1926 als erste Personen-Seilschwebebahn Österreichs eröffnet. Das große 100-jährige Jubiläum wird im Jahr 2026 mit zahlreichen Veranstaltungen, Sonderausstellungen und feierlichen Highlights auf der Raxalpe begangen.

Was war das Besondere an der Eröffnung der Rax-Seilbahn im Jahr 1926?

Die Rax-Seilbahn war ein technisches Pionierprojekt. Sie war die erste Seilbahn Österreichs, die für den Personentransport zugelassen wurde. Damit wurde das Rax-Plateau erstmals für ein breites Publikum ohne mühsamen Aufstieg zugänglich, was den Tourismus in der Region Reichenau an der Rax revolutionierte.

Welche Veranstaltungen finden zum 100-jährigen Jubiläum statt?

Im Jubiläumsjahr 2026 verwandelt sich die Raxalpe in eine Festbühne. Geplant sind unter anderem:

  • Historische Themenwanderungen.

  • Sonderausstellungen zur Technik und Geschichte der Bahn.

  • Kulinarische Jubiläums-Events im Raxalm-Berggasthof.

  • Feierlichkeiten an der Tal- und Bergstation.

Wie hat sich die Technik der Seilbahn in den letzten 100 Jahren verändert?

Obwohl die Trasse weitgehend gleich geblieben ist, wurde die Bahn technisch mehrfach modernisiert. Die bedeutendsten Schritte waren die Erneuerung der Kabinen und der Antriebstechnik, um höchsten Sicherheitsstandards und modernem Komfort zu entsprechen. Heute befördert die Pendelbahn Fahrgäste in nur 8 Minuten auf 1.546 Meter Seehöhe.

Kann man die Geschichte der Rax-Seilbahn vor Ort erleben?

Ja, die Geschichte ist auf der Rax allgegenwärtig. Neben Schautafeln und historischen Fotografien im Raxalm-Berggasthof bietet die Rax-Seilbahn oft Einblicke in ihre Pionierzeit. Zum Jubiläum werden zudem spezielle Führungen angeboten, die die visionäre Leistung der Erbauer würdigen.

Warum ist die Rax-Seilbahn ein wichtiges Denkmal der österreichischen Tourismusgeschichte?

Sie steht für den Aufbruch in die Moderne und die Erschließung der Alpen für Sommerfrischler und Wanderer gleichermaßen. Als "Mutter der österreichischen Seilbahnen" legte sie den Grundstein für die Entwicklung der Region Semmering-Rax zu einem der beliebtesten Naherholungsgebiete nahe Wien.

Wie lange dauerte der Bau der Rax-Seilbahn?

Von der Genehmigung der Trassierungsarbeiten im September 1924 bis zur Eröffnung am 9. Juni 1926 vergingen weniger als zwei Jahre – eine beachtliche Leistung für die damalige Zeit, insbesondere im schwierigen Berggelände ohne moderne Baumaschinen.

Autor: Hannah

22.01.2026